Auf der Grenze …

Hervorgehoben

Seit 12 Jahren lebe ich in Schweden und immer noch, immer wieder och immer mehr merke ich, dass mich dieses Land trots aller Vertrautheit fasciniert, dass vieles immer noch fremd und manches befremdlich ist. Anderes, was fremd war, ist nun liebgewonnen. Wenn ich von Deutschland höre, dort zu Besuch bin oder alte Freunde treffe geht mir genauso: Das ehemals alltägliche ist fremd geworden, das was dort normal scheint, ist von hier aus absonderlich, während doch gleichzeitig vieles noch immer lieb und vertraut ist. So bin ich nun wohl kein Deutscher mehr und noch keine Schwede, in Schweden ein Deutscher und in Deutschland ein Schwede. Auf der Grenze zu stehen, zwischen zwei Kulturen, zwei Kirchen und zwei Ländern ist bereichernd und anstrengend. Wenn es stimmt, was Paul Tillich sagt, das die Grenze der Platz der Erkenntnis ist, habe ich sicher dazugelernt, seitdem ich Deutschland verlassen habe.

Als völlig unerfahrener Blogger, hoffe ich dass dieser Blogg dazu führt, von der Grenze aus das alltägliche zu reflektieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Da ich Pastor bin, wird sich vieles um Kirche und Religion drehen, aber auch alltägliches und weltliches soll zur Sprache kommen.

Vielleicht können manche Betrachtungen dazu dienen, dass der Leser auch seine Welt mit neuen Augen sieht und sich wundert – nicht nur über das Fremde im anderen Land, sondern auch über das Vertraute zuhause. Lasst es mich wissen. Oder sollte sich jemand gar mit dem Gedanken tragen, selbst in dieses wunderbare Land zu ziehen, so mag die ein oder andere Information vor falschen Erwartungen bewahren.

Dass sich hier so viele Fotos sammeln liegt an meinem Hobby, dem fotografieren.

So viel für heute … Mit den besten Wünschen fürs neue Jahr!

Thomas

Geburtstage

Geburtstagsfeiern in Schweden – wie oft gilt auch hier die Regel: Alles was das Leben erleichtert und in der Praxis gut funktioniert ist auch erlaubt.

Geburtstag kan man feiern wann es einem am besten passt, ein halbes Jahr vorher oder Wochen später und nur die runden zählen wirklich.

Nun – wir halten uns an deutsche Genauigkeit: Wir feiern morgen: Monikas 52sten.

Übrigens „Genauigkeit“ – unser indischer Freund, der z.Zt. in Berlin eine  Doktorarbeit über Kaschmir schreibt hat eine intressante Beobaxhtung gemacht: Die beiden worte deutsch, die er als erstes lernt waren die Floskeln: „Genau!“ und „Alles klar!“ – Was das nun wiede über uns aussagt. Wir habens wohl gerna „genau“, und wenn eine Sache „genau“ ist – dann ist wohl auch „alles klar“.

Das ist das Leben doch bedeutent ruhiger mit der Gewissheit, dass sich alles von alleine regeln wird: „det ordna sig“ – wie man in Värmland sagt – „och om det inte ordna sig, då kvittar det“ – und wenn es sich einmal nicht von alleine regelt, ist es auch egal. – Herrlich! Da habe ich wirklich was gelernt! „Genau“ – so ist es – dann ist ja „alles klar“.

Gute Nacht!

Drei heilige Könige

Morgen, am 6 Januar werden wir „Trettondagen“ feiern. Kaum ein Schwede weiß, was das eigentliche Thema dieses Tages ist. Aber es ist ein freier Tag und darum bleibt das gemeinsame Feiern. Und selbst wenn der Anlass des Tages nicht mehr allgemein geläufig ist, der Tag ist ein religiöser Markör in säkularer Kultur.
Wie bei allen Feiertagen ist der Tag vorher bereits ein halber freier Tag. nicht dass des in irgendwelchen Gesetzen oder Übereinkünften festgeschrieben wäre, es ist mehr ein Gewohnheitsrecht am Tag vor dem Tag um 12.00 Uhr nach Hause zu gehen.
In Sunnemo gibt es einen internationalen Gottesdienst in dem zwei Inder und eine Norwegerin als die drei Weisen auftreten.

Frohes Epiphamias!